Inhaltsangabe zu die Physiker von Friedrich Dürrenmatt

Inhaltsangabe: Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt

Inhalt

Erster Akt

Die gesamte Handlung spielt im Salon des Sanatoriums „Les Cerisiers“, in dem geisteskranke und irre Patienten betreut werden. Die Leiterin ist Fräulein Mathilde von Zahnd, die aus reichem Hause stammt und der das gesamte Sanatorium gehört. Sie gibt sich als fürsorgliche Samariterin und setzt sich für die Patienten des Sanatoriums ein.

Im „Les Cerisiers“ leben drei Physiker, die sich allesamt als Geisteskranke ausgeben. Einer behauptet, er sei Albert Einstein, der zweite glaubt, er sei Isaac Newton und der dritte ist Johann Wilhelm Möbius. Die Handlung des Dramas beginnt mit dem Tod der Pflegerin Irene Staub. Sie wurde von Einstein erdrosselt. Bereits drei Monate vorher wurde eine Pflegerin umgebracht. Dorothea Moser wurde ebenfalls erdrosselt und der Täter war Newton. Unter der Leitung von Inspektor Voss versucht die Polizei den Mord aufzuklären. Die Leiterin Mathilde von Zahnd sieht die beiden Morde jedoch nicht als grosses Problem. Sie versucht gar, Einstein, der im Zimmer Geige spielt, vor einem Verhör mit der Polizei zu schützen. Die Polizei zieht unverrichteter Dinge von Dannen.

Wenig später kommt die Frau von Möbius zu Besuch. Sie hat ihre drei Kinder dabei und auch Missionar Rose, ihren neuen Ehemann. 15 Jahre lang ist ihr Mann bereits im Sanatorium und sie hat für seine Betreuung bezahlt. Jetzt hat sie kein Geld mehr und möchte mit ihrem neuen Ehemann und den Kindern ein neues Leben anfangen. Sie wollen auf den Marianen im Pazifischen Ozean eine Mission betreuen. Sie sind gekommen, um sich von Möbius zu verabschieden. Als die drei Söhne ein Lied auf der Blockflöte zum Besten gegeben haben, dreht Möbius durch. Er gibt einen Psalm von Salomo wieder und wünscht am Ende des Vortrags seiner Familie den Tod. Diese verlässt das Sanatorium fluchtartig und verstört. Möbius gesteht danach, dass er diese Show extra aufgeführt habe, um seiner Familie den Abschied zu erleichtern. So falle es ihnen einfacher, ihn zu vergessen.

Schwester Monika kommt, um sich von Möbius zu verabschieden. Sie wird sich künftig nicht mehr um die drei Physiker kümmern, da die Pflegerinnen durch Pfleger ersetzt werden. Dies ist eine Massnahme der Heimleitung in Anbetracht der zwei Morde. Beim Abschied gesteht Monika Möbius, dass sie ihn liebt und dass sie ihn keinesfalls für verrückt hält. Im Gegenteil: Sie glaube ihm, dass  ihm König Salomo erschienen sei und dass all die Arbeiten wertvoll sind, die er im Sanatorium geschrieben hat. Möbius liebt Monika ebenfalls, aber schickt sie weg. Sie könne doch keinen Irren lieben. Als Monika nicht locker lässt, erdrosselt Möbius sie.


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Zweiter Akt

Drei ehemalige Schwergewichtsboxer kümmern sich nun als Pfleger um die drei Physiker. Inspektor Voss kehrt zurück ins Sanatorium, um den dritten Mord aufzuklären. Doch mittlerweile hat er längst resigniert. Er kümmert sich gar nicht mehr um die Ermittlungen und will Möbius nicht verhaften – obwohl er der Mörder ist und den Mord auch gesteht.

Als die Polizei abgezogen ist, unterhalten sich Möbius und Newton. Der gesteht Möbius, dass er nicht Newton sei, sondern Alex Jasper Kilton und für den Geheimdienst arbeite. Seine Mission sei es, Möbius zu entführen, da ihn für den grössten Physiker der Welt halte und die von ihm entwickelte Weltformel in seinen Besitz bringen will. In dem Moment tritt Einstein auf den Plan und offenbart, dass auch er nicht Einstein sei, sondern Joseph Eisler und ebenfalls für einen Geheimdienst arbeite, der die Arbeit von Möbius haben möchte. Newton und Einstein wollen sich um Möbius duellieren. Doch der gesteht ihnen, dass er seine Manuskripte längst verbrannt hat, um die Menschheit vor seiner Entdeckung zu schützen. Einstein und Newton verstehen die Beweggründe von Möbius, der sich selber ins Sanatorium hat einliefern lassen, obwohl er gar nicht verrückt ist. Sie beschliessen, zum Wohle der Gesellschaft darauf zu verzichten, die Erkenntnisse von Möbius an den Geheimdienst zu liefern.

Mathilde von Zahnd kommt mit den drei Wärtern in den Salon. Sie eröffnet den drei Physikern, dass sie das Gespräch abgehört habe. Newton und Einstein werden entwaffnet. Mathilde von Zahnd erzählt, dass ihr im Gegensatz zu Möbius, der König Salomo nur erfunden hatte, um sich ins Sanatorium einweisen zu lassen, der König Salomo tatsächlich erschienen sei. Sie handle in seinem Auftrag und hätte alle Manuskripte von Möbius längst kopiert und wolle mit der Formel die Weltherrschaft erlangen. Die drei Physiker könnten sie nicht daran hindern, denn aufgrund der Morde an den Pflegerinnen seien sie in den Augen der Öffentlichkeit verrückt. Mathilde von Zahnd hatte die drei Pflegerinnen bewusst auf die drei Physiker gehetzt, weil sie damit rechnete, dass diese sie umbringen werden und ihr damit in die Karten spielen. Die drei Physiker sind also in ihr eigenes Gefängnis gelaufen und müssen mitansehen, wie ihre Arbeit missbraucht wird.

Charakteranalyse

Johan Wilhelm Möbius: Er ist ein erfolgreicher Physiker, der verschiedene grosse Entdeckungen gemacht hat – darunter die Weltformel. Als Forscher ist er sich der Tragweite dieser Entdeckung bewusst und will die Menschheit davor schützen. Er spielt daher den Irren und lässt sich ins Sanatorium einweisen. Er gibt vor, dass er seine Erkenntnisse von König Salomo bekommen hat. Für seine Pflege kommt seine Frau auf, die ihm bereits das Studium finanziert hatte. Mit ihr hat er drei Söhne, die er aber praktisch nicht kennt, da er seit 15 Jahren im Sanatorium lebt. Im Sanatorium hat er seine Manuskripte verbrannt, damit sie nicht in falsche Hände geraten. Um dies zu verhindern, hat er auch seine Familie verlassen und den Heiratsantrag von Pflegerin Monika ausgeschlagen. Sie hat sein Spiel durchschaut und will mit ihm fliehen. Doch obwohl er sie liebt, erdrosselt er sie, damit seine Formel nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

Newton: Er ist unter dem Namen Herbert Georg Beutler ins Sanatorium eingewiesen worden, wo er vorgibt, Isaac Newton zu sein. In Wirklichkeit heisst er aber Alec Jasper Kilton und arbeitet für einen westlichen Geheimdienst. Seine Mission ist es, Möbius dazu zu bringen, für seinen Geheimdienst zu arbeiten. Dies will er erreichen, in dem er Möbius sagt, dass es dessen Pflicht sei, seine Erkenntnisse mit der Menschheit zu teilen. Damit er seine Mission überhaupt erst antreten konnte, musste er Deutsch lernen. Im Sanatorium hat er die Pflegerin Dorothea Moser erdrosselt, da sie seinem Geheimnis auf die Schliche gekommen war.

Einstein: Er ist unter dem Namen Ernst Heinrich Ernesti ins Sanatorium eingeweisen worden, wo er vorgibt, Albert Einstein zu sein. In Wirklichkeit heisst er jedoch Joseph Eisler und arbeitet für einen Geheimdienst, der denjenigen von Newton konkurrenziert. Auch er will die Entdeckungen von Möbius für sich und sein Land haben, kann Möbius jedoch nicht garantieren, dass seine Entdeckungen ausschliesslich für gute Zwecke eingesetzt werden. Die Verantwortung liege bei den Politikern, die Wissenschaftler hätten darauf keinen Einfluss, so Einstein. Genau wie Newton hat auch er eine Pflegerin erdrosselt, weil sie sein Geheimnis zu entlarven drohte.

Mathilde von Zahnd: Sie ist die Besitzerin und Leiterin des Sanatoriums. Sie stammt aus einer reichen Familie und gibt vor, dass sie das einzige vernünftige Mitglied ihrer Familie ist und sich mit viel Liebe und Hingabe um ihre Patienten kümmert. In der zweiten Hälfte der Erzählung zeigt sich dann aber, dass sie alle getäuscht hat. Sie ist skrupellos und machtbesessen. Sie hat die drei Pflegerinnen bewusst auf die drei Physiker angesetzt, damit diese sie ermorden. Zudem hat sie die Arbeiten von Möbius heimlich kopiert und strebt damit nach der Weltherrschaft.


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