Inhaltsangabe - Die Frau auf der Treppe

Inhaltsangabe: Die Frau auf der Treppe von Bernhard Schlink

Inhalt

Erster Teil

Der erfolgreiche Unternehmer Peter Gundlach hat die einige Jahre jüngere Irene geheiratet. Er lässt seine Frau vom damals noch wenig bekannten Maler Karl Schwind malen. Entstanden ist daraus ein türgrosses Portraitbild, das Irene zeigt, wie sie nackt die Treppe heruntersteigt. Während Schwind Irene portraitierte, verlieben sich die beiden ineinander und Irene verlässt ihren Ehemann, um mit Schwind zusammenzuleben. Die Gundlachs lassen sich jedoch nicht scheiden.

Schwind und Gundlach verbindet seit diesem Vorfall eine Rivalität. Diese gipfelt darin, dass die beiden einen jungen Anwalt – der später der Ich-Erzähler wird – kontaktieren. Dieser soll einen Vertrag aufsetzen, der regelt, dass Gundlach Irene zurückbekommt und Schwind dafür sein Bild wieder haben kann. Doch dieses Vorhaben scheitert, denn den Anwalt plagt das schlechte Gewissen. Er warnt Irene vor und hilft ihr dabei, das Bild zu stehlen. Dies tut er in der Hoffnung, dass Irene in der Folge bei ihm bleiben würde, denn auch er hatte sich wie Schwind und Gundlach in Irene verliebt. Doch das passiert nicht. Irene flieht direkt im Anschluss an den Diebstahl und lässt sich nicht mehr blicken.

40 Jahre später wickelt der Anwalt in Sydney eine Firmenfusion ab, als er im Kunstmuseum das Bild von Irene hängen sieht. Er beauftragt einen Privatdetektiv damit, nach Irene zu suchen. Er erhält eine Adresse und macht sich auf den Weg. Irene lebt auf einer kleinen Insel, wo sie während 20 Jahren ohne Aufenthaltsbewilligung und ohne Papiere gewohnt hat.

Zweiter Teil

Der Ich-Erzähler und Irene führen viele Gespräche. Irene versichert ihm, dass er nichts falsch gemacht habe damals. Er hätte ein anderer Mensch sein müssen, damit sie bei ihm geblieben wäre. Er hätte risikobereiter sein und für die Gerechtigkeit kämpfen müssen. Der Ich-Erzähler kümmert sich um Irene, die krank ist. Und das obwohl er sich noch immer ausgenutzt fühlt von ihr, weil sie ihn vor 40 Jahren verlassen hatte.
Plötzlich tauchen auch Peter Gundlach und Karl Schwind auf der Insel auf. Das ist genau das, was Irene sich gewünscht hatte. Sie wollte die beiden noch einmal sehen, denn sie wollte herausfinden, was sie damals für die beiden war. Aus ihrer Sicht sind die beiden zwei Besessene. Gundlach davon, immer reicher und mächtiger zu werden, und Schwind vom perfekten Bild. Gundlach ist nach Australien gereist, um das Bild, das mittlerweile 20 Millionen wert ist, zu holen. Schwind dagegen will nicht nur das Bild, sondern gleich auch noch Irene, um mit ihr in New York eine Ausstellung zu eröffnen. Davon hatten sie geträumt, als sie 40 Jahre davor zusammen waren. Doch die vielen Diskussionen führen zu keinem Ergebnis.

Dritter Teil

Gundlach und Schwind verlassen die Insel unverrichteter Dinge. Der Ich-Erzähler bleibt dagegen auf der Insel. Er kümmert sich um Irene, die immer kranker wird. Er besorgt den Haushalt und kümmert sich um den Garten. Die beiden sprechen viel miteinander. Irene bittet ihn, ihr zu erzählen, wie ihr Leben geworden wäre, wenn sie damals bei ihm geblieben wäre. Der Ich-Erzähler beginnt, eine Geschichte zu erfinden, die er täglich weiterspinnt und ausbaut. Während er die Geschichte entwickelt, erzählt Irene von ihrer Vergangenheit. Sie hatte in der DDR gelebt nachdem sie mit dem Bild geflohen war. Dort hatte sie geheiratet und hatte eine Tochter. Direkt nach dem Mauerfall ist sie nach Australien geflohen, wo sie sich auf der kleinen Insel um drogenabhängige Kinder gekümmert hatte.

In den Gesprächen muss sich der Anwalt immer häufiger mit sich und seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Das macht ihn traurig, denn er erkennt, dass er insbesondere mit seiner Familie zu wenig Zeit verbracht hat und es sich zu einfach gemacht hat bei der Erziehung seiner Kinder. Irene, die sich jeweils mit Kokain aufgeputscht hat, um die Symptome ihrer Krankheit zu überspielen, konsumiert ein letztes Mal von der Droge. Danach kommt sie nackt die Treppe herunter und die beiden schlafen miteinander. Es ist das einzige Mal überhaupt.


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Nach der gemeinsamen Nacht verändert sich ihre Beziehung. Sie wird noch vertrauter und intimer. Sie schlafen im selben Bett und halten Händchen. Doch Irene geht es immer schlechter. Sie wird von Tag zu Tag schwächer. Der Tod kommt immer näher. Genau zu dieser Zeit bricht auf der Insel ein Feuer aus, das sich rasant nähert. In der Nacht muss der Anwalt mit Irene fliehen. Sie fahren auf einem Boot aufs Meer hinaus und warten dort. Als er am nächsten Morgen aufwacht, ist Irene verschwunden. Sie ist in der Nacht über Bord gefallen und ertrunken. Der Anwalt reist kurz nach dem Tod von Irene zurück nach Deutschland. Er will seine Wohnung verkaufen und mit seinen Kindern und seinen Geschäftspartnern sprechen.

Charakteranalyse

Ich-Erzähler: Der Ich-Erzähler, dessen Namen man nie erfährt, wird von seinen Grosseltern aufgezogen, da seine Mutter früh bei einem Autounfall gestorben ist. Später schlägt er den Weg zum Anwalt ein. Er ist der jüngste Partner in Frankfurt und ist stolz auf seine beruflichen Errungenschaften. Nach dem Intermezzo mit Irene hat er geheiratet und ist Vater von drei Kindern geworden. Zehn Jahre vor dem Wiedersehen mit Irene ist seine Frau bei einem Autounfall gestorben. Seine Kinder – die alle ein Internat in England besucht haben – leben weiterhin dort. Mit ihnen hat er nur wenig Kontakt. Überhaupt lebt er primär für seine Arbeit, wo er sich auf Firmenfusionen und -übernahmen spezialisiert hat. Sein Leben ist komplett durchgetaktet und darauf ausgerichtet, alles so pragmatisch wie möglich zu lösen. Erst das erneute Treffen mit Irene bringt ihn dazu, sich und seinen Lebensstil zu hinterfragen.

Irene Gundlach: Sie ist mit Peter Gundlach verheiratet. Dennoch beginnt sie kurz darauf eine Affäre mit dem Maler Karl Schwind. Sie fühlt sich bei Gundlach lediglich als Trophäe, bei Schwind dagegen war sie die Muse. In der kurzen Beziehung mit dem Anwalt sieht sie sich in der Rolle der zu rettenden Prinzessin. Mit keiner dieser drei Rollen ist sie zufrieden. Daher entschliesst sie sich, das Bild zu stehlen und abzuhauen. Sie lebt zuerst in der DDR, wo sie Helmut heiratet und mit ihm eine Tochter hat. Direkt nach dem Mauerfall flieht sie aus Deutschland, denn sie war in der DDR in der linken Terrorszene aktiv und wurde gesucht. Sie flieht nach Australien, wo sie während 20 Jahren auf einer kleinen Insel lebt und sich dort um vernachlässigte und drogenabhängige Kinder kümmert. Als sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, schenkt sie das Bild der Kunstgalerie in Sydney. Da Schwind mittlerweile einer der weltbekanntesten Maler geworden ist, sorgt dieses Geschenk für grosses Aufsehen und lockt auch Gundlach und Schwind nach Australien. Um die Krankheit zu überspielen, während die beiden auf der Insel sind, nimmt sie Kokain. Sie verweigert jegliche Medikamente und Pflege, denn sie will auf der Insel sterben.

Peter Gundlach: Er ist ein äusserst erfolgreicher Unternehmer, der auch viel Einfluss auf die Politik hat. Er nimmt daher auch viel für sich heraus und tritt sehr dominant, teilweise gar aggressiv auf. So fordert er beim Wiedersehen auch, dass er das Bild von Irene erhält. Dieses gehöre ja schliesslich ihm. Dass Irene ihn verlassen hat, war eine seiner grössten Niederlagen.

Karl Schwind: Als er Irene malt, ist er ein unbekannter Maler. Über die Jahre hat er jedoch riesige Erfolge und wird zu einem der bekanntesten Künstler der Welt. Seine Bilder sind Millionen wert. Das Bild von Irene hat für ihn eine besondere Bedeutung und es lässt ihm keine Ruhe, dass das Bild zuerst im Besitz von Peter Gundlach war und dann verschwunden ist. Er hat fünf Kinder aus vier verschiedenen Ehen.


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