Inhaltsangabe - Die Attentäterin von Yasmina Khadra

Inhaltsangabe: Die Attentäterin von Yasmina Khadra

Inhalt

In einem Restaurant in Tel Aviv wird ein Selbstmord-Attentat verübt. Dabei sterben 15 Personen, 33 werden verletzt. Im nahegelegenen Spital arbeiten Doktor Amin Jaafari und seine Kollegen auf Hochtouren bis spät in die Nacht, um die Verletzten zu versorgen. Amin, der arabischer Herkunft ist, jedoch einen israelischen Pass besitzt, wird auf dem Weg nach Hause von der Polizei vier Mal kontrolliert. Mitten in der Nacht – kurz vor halb vier – wird er von einem Anruf geweckt. Mein teilt ihm mit, er solle ins Spital kommen. Dort erfährt er, dass seine Frau beim Attentat gestorben ist.

Amin kehrt nach Hause zurück, ohne genau zu wissen, was er jetzt tun und wie er mit dem Verlust umgehen soll. Bereits wenig später kommt die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl zu ihm. Sie glauben, dass Amins Frau Sihem die Attentäterin war. Amin wird verhört. Man glaubt ihm nicht, dass er vom Attentat seiner Frau nichts gewusst haben will. Man nimmt ihn mit auf die Station für weitere Verhöre. Die Polizei findet heraus, dass Sihem nicht mit dem Bus zu ihren Grosseltern gefahren ist, wie sie Amin erzählt hat, sondern nach 20 Minuten aus dem Bus ausgestiegen ist und in einem cremefarbenen Mercedes weitergefahren ist. Zudem wurde Sihem von mehreren Augenzeugen im Restaurant gesehen, in dem das Attentat verübt wurde. Sie soll schwanger gewesen sein. Die Polizei vermutet daher, dass sie den Sprengstoff für das Attentat als Schwangerschaftsbauch getarnt hatte.

Nach drei Tagen wird Amin von der Polizei freigelassen. Man kann ihm nichts nachweisen. Sein Zuhause ist von der Polizei komplett verwüstet worden. Amin ist völlig neben sich. Er lässt die Türe seines Hauses offen stehen und schläft in der Badewanne ein. Seine Arbeitskollegin Kim kümmert sich um ihn. Die Nachbarn haben mitbekommen, dass Sihem das Attentat verübt haben soll. Sie verwüsten Amins Garten. Als er sie verfolgt, wird er von einem wütenden Mob vor seinem Haus übel verprügelt. Die Situation droht zu eskalieren. Kim nimmt Amin daher mit zu sich nach Hause, wo er eine Woche bleibt. Danach kehrt Amin nach Hause zurück und findet im Briefkasten einen Brief von Sihem in dem steht, dass kein Kind je in Sicherheit sei ohne Vaterland. Amin ist am Boden zerstört. Seine Frau war tatsächlich die Selbstmordattentäterin. Kim kümmert sich weiter um ihn und nimmt ihn mit zu ihrem Grossvater, der ein Haus am Meer besitzt. Sie bleiben dort einige Tage, um sich wieder zu sammeln.

Im Spital wurde eine Petition unterzeichnet, damit Amin nicht mehr dort arbeiten darf. Amin will aber auch gar nicht mehr als Chirurg tätig sein. Ihn beschäftigt einzig und allein die Frage, wie seine Frau ihn derart verraten konnte. Weshalb hat sie das getan? Und warum hat er nichts gemerkt? Er erkundigt sich bei seinem Freund Naveed Ronnen, dem Polizeichef. Dieser teilt ihm mit, dass die Ermittlungen laufen. Mehr wisse man aber noch nicht. Das genügt Amin nicht. Er will antworten. Also reist er mit Kim nach Bethlehem, weil dort der Brief von Sihem aufgegeben wurde. Dort erfährt er von seinem Verwandten Yasser, dass Sihem in den Tagen vor dem Attentat kurz bei ihm war. Sie hätte sich von Scheich Marwan in der Moschee segnen lassen wollen, so Yasser. Dieser nimmt Amin mit zu sich nach Hause. Sie parken das Auto in der Abstellhalle von Yassers Sohn Adel. Dort sieht Amin einen cremfarbenen Mercedes und erfährt, dass dieser Adel gehört. Zufall?

Am nächsten Tag will Amin den Imam der örtlichen Moschee besuchen. Er wartet jedoch vergebens, ehe er unsanft aus der Moschee geworfen wird. Amin gibt nicht auf. Doch er wird jedes Mal abgefangen, bevor er in die Nähe der Moschee kommt. Die Männer befürchten, dass Amin mit seiner Präsenz den israelischen Geheimdienst auf ihre Fährte bringen könnte. Dank einem weiteren Besuch ganz früh am Morgen erzwingt Amin doch noch ein Gespräch mit dem Imam. Dieser kanzelt ihn jedoch ab, bezeichnet ihn als ungläubig und wirft ihn raus. Kurz danach wird Amin übel verprügelt. Doch auch das hält ihn nicht davon ab, die Moschee erneut aufzusuchen. Seine Hartnäckigkeit wird belohnt. Er bekommt eine Audienz bei einem der Anführer der Bewegung namens Abu Moukaoum. Doch das Gespräch verläuft ergebnislos. Amin bekommt nicht die Antworten, die er sucht. Moukaoum wirft ihm vor, ein egoistischer Frevler zu sein, weil er den Kampf für das Vaterland und die Tat seiner Frau nicht versteht.


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Froh, noch am Leben zu sein, verlässt Amin Bethlehem und kehrt nach Tel Aviv zurück. Er räumt seine Wohnung auf und lässt alle Schäden reparieren. Er will allein sein. In der Nacht glaubt er, dass Sihems Geist bei ihm ist. Er durchlebt noch einmal viele gemeinsame Erinnerungen und blättert durch alte Fotoalben. Darin entdeckt er eine Serie Bilder, in denen er erkennt, dass sein Cousin Adel und Sihem engen Kontakt hatten. Er fährt zurück zu Yasser, um mehr zu erfahren. Man erzählt ihm, dass Adel und Sihem eine Affäre gehabt haben sollen. Für Amin bricht eine Welt zusammen. Er dreht durch, rast mit seinem Auto durch die Strassen, betrinkt sich und bleibt zwei Tage allein in einem Hotelzimmer. Er weiss nicht, wie er mit der Einsamkeit und dem Verrat von Sihem umgehen soll.

Amin erfährt, dass Adel in Dschennin ist. Er macht sich mit seinem Cousin auf dem Weg dorthin. In Dschennin herrscht Krieg zwischen den Palästinensern und Israeli. Amin wird in eine Falle gelockt. Man nimmt ihn mit und wirft ihm vor, er sei ein Spitzel für den israelischen Geheimdienst. Er durchlebt zwei Scheinhinrichtungen und bleibt sechs Tage in Gefangenschaft. Dann kommt der Anführer der palästinensischen Widerstandsbewegung zu ihm. Dieser erklärt ihm, man habe ihn bewusst gedemütigt, damit er den Hass verstehe. Den Hass, den auch Sihem angetrieben habe. Der Anführer lässt Amin nach dem Gespräch gehen. Adel, der ebenfalls zu dieser Widerstandsbewegung gehört, ist auch dort. Die beiden führen ein langes Gespräch. Adel erzählt ihm, dass sich Sihem freiwillig dem Kampf der Palästinenser angeschossen habe. Sie hätte Geld für die Organisation aufgetrieben und geheime Treffen organisiert. Vom Attentat wollte man sie abhalten, doch das gelang nicht. Eine Affäre habe er mit Sihem aber nicht gehabt. Amin erkennt die Gründe von Sihem und Adel, kann sie aber nicht gutheissen. Für ihn als Chirurg ist der Tod kein Ziel. Der Tod ist sein grösster Gegner. Dennoch glaubt er, dass er nach diesem Gespräch mit der ganzen Sache abschliessen kann.

Dschennin liegt ganz in der Nähe des Ortes, wo Amin aufgewachsen ist. Wassim, ein Mitglied seines Beduinenstamms, nimmt ihn mit zu seiner Familie. Er geniesst die Rückkehr, spricht viel mit seinen Verwandten. Eines morgens kommt die israelische Armee mit einem Bulldozer und will das Haus des Stammeshäuptlings zerstören. Dies weil Wissam, der am Tag zuvor verschwunden war, sein Auto mit Sprengstoff gefüllt hat und in einen Checkpoint gefahren war. Die Bewohner müssen das Haus verlassen, das kurz darauf dem Erdboden gleich gemacht wird. Der Verlust des Hauses und der Tod von Wissam ist zu viel für Wissams Schwester Faten. Auch sie verlässt den Stamm. Amin befürchtet, dass auch sie sich der Widerstandsbewegung anschliessen will und sucht sie in Dschennin. Er ist überzeugt, sie beim grossen Gebet zu finden, wo Scheich Marwan eine Predigt hält. Die Predigt wird jedoch zum Ziel eines weiteren Anschlags, bei dem sowohl Marwan als auch Amin sterben.

Charakteranalyse

Amin Jaafari: Amin ist in einem arabischen Beduinenstamm aufgewachsen. Sein Vater war der Stammeshäuptling und hat sich nichts mehr gewünscht, als dass sein Sohn Chirurg wird. Amin hat ihm diesen Wunsch erfüllt und ist in Tel Aviv ein angesehener Arzt geworden. Er hat die israelische Staatsbürgerschaft angenommen und lebt in Tel Aviv in einem angesehenen Quartier. Er hat Sihem geheiratet und ihr ein schönes Leben ermöglicht. Die beiden haben oft gemeinsame Urlaub im Ausland verbracht. Amin geniesst einen guten Ruf, den er sich hart erarbeitet hat. Nachdem er erfährt, dass seine Frau ein Selbstmordattentat begangen hat, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er setzt alles daran, Antworten zu finden, weshalb sie das getan und ihn im Stich gelassen hat. Anfänglich quälen ihn auch Schuldgefühle, weil er nichts geahnt hat. Auf seiner Suche dringt er immer weiter in die Tiefen des Kampfs zwischen Israel und Palästina vor und wird mit dem Hass und der Gewalt dieses Kriegs konfrontiert. Dies ist eine für ihn gänzlich andere Welt, die er nicht verstehen und nicht mit seinem Weltbild vereinen kann.

Sihem Jaafari: Sie hat mit 18 Jahren ihre Mutter verloren, die an Krebs gestorben ist. Wenig später ist auch ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie hat Amin kennen gelernt und geheiratet. So kam sie auch in Kontakt mit dessen Cousin Adel, der immer mal wieder bei ihnen zu Besuch war. Adel nutzte Amins und Sihems Haus als Basis für die Widerstandsbewegung gegen Israel in Tel Aviv. Sihem erwischt ihn dabei, hat jedoch kein Problem damit. Im Gegenteil. Sie unterstützt die Bewegung finanziell und bald auch aktiv. Bis zu dem Punkt, wo sie sich entschliesst, ein Selbstmordattentat zu verüben.

Adel: Er ist der Cousin von Amin. Seinen Eltern gibt er vor, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. In Wirklichkeit investiert er all seine Energie in den Widerstandskampf der Palästinenser. Er ist bereit, für den Kampf zu sterben, obwohl er weiss, dass er damit seinen Eltern und viele anderen entsetzliches Leid zufügen wird. Für ihn ist dies jedoch notwendig für den Erfolg der Sache.


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