Literaturepoche - Symbolismus

Epochen: Symbolismus (1890 – 1920)

Geschichtlicher Hintergrund

Um die Jahrhundert Wende gab es in Deutschland eine Vielzahl verschiedener literarischer Bewegungen, die sich allesamt gegen den Naturalismus und seine minutiöse und detaillierte Darstellung des Elends und der Armut zu Wehr setzen wollten. Dazu gehörten der Jungedstil, der Fin de siècle, die Dekadenz und auch der Symbolismus. Stellvertretend für all diese Bewegungen, die sich vom Naturalismus abgewendet haben, wird hier der Symbolismus etwas genauer betrachtet.

Die Anhänger des Symbolismus waren sich bewusst, dass sie einer dem Untergange geweihten Kultur angehören und entschieden sich daher dazu, sich von der Realität abzuwenden. Diese Abwendung ist vergleichbar mit derjenigen der Romantik von der Aufklärung. Der Unterschied bestand jedoch darin, dass sich die Romantiker die Welt schön poetisierten, während die Werke des Symbolismus von einer eher pessimistischen Grundstimmung geprägt waren.

Themen der Epoche

Aus Trotz dass man einer Kultur angehörte, die dem Untergang geweiht war, wandte man sich dem Morbiden zu. In vielen literarischen Werken spielt auch die Weltuntergangsstimmung eine zentrale Rolle. Weitere wichtige Elemente waren das Geheimnissvolle, das Mystische, die Traumwelt, die künstliche Schönheit, die Exklusivität und die subjektiven Empfindungen und Wahrnehmungen. Wie es der Name schon sagt, war im Symbolismus die Symbolkraft der Dinge eines der Kernelemente. Dies führte dazu, dass die Betrachter der symbolistischen Kunst hinter dem Sichtbaren immer auch das Unsichtbare, die Symbolik erkennen mussten, wenn sie das Werk in ihrer Gesamtheit verstehen wollten.

Formale Besonderheiten

Diese neue Bewegung hatte auch formale einige Besonderheiten auf Lager. Das Hauptziel der symbolistischen Schreiber war es, eine schöne Dichtung zu verfassen. Sie benutzten dazu viele rhetorische Figuren wie beispielsweise das Symbol, die Synästhesie oder auch die Onomatopoesie. Dies führte dazu, dass die Werke des Symbolismus oftmals sehr schwülstig daher kamen und so gewisse Ähnlichkeiten mit dem Barock aufwiesen. Auch die Tatsache, dass viel mit Gegensätzen und Kontrasten gearbeitet wurde, spricht für diese Parallelen.

Repräsentative Werke und Autoren

  • „Reitergeschichten“ von Hugo von Hofmannsthal
  • „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal
  • „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ von Rainer Maria Rilke
  • „Das Stunden – Buch“ von Rainer Maria Rilke
  • „Algabal“ von Stefan George

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